Reiner Buchheim am Berg

Radsport · Erinnerungen · Geschichte

Reiner Buchheim

Radrennfahrer + Student + Bergmannschor

Mein Leben in der Bergstadt Freiberg

Radrennfahrer bei Einheit Freiberg – Student der Bergakademie – Sänger im Chor der Bergakademie

Radteam beim Fernseh-Städteduell 1966
Das Fernseh-Städteduell am 9. April 1966 war für mich als Radrennfahrer von Einheit Freiberg einer der Höhepunkte meiner sportlichen Laufbahn. Noch heute erinnere ich mich gern an dieses besondere Ereignis. Die Verbundenheit zu Freiberg ist bis heute geblieben, und zu ehemaligen Radsportfreunden pflege ich noch immer enge Kontakte.
Reiner Buchheim in der Uniform des Bergmannschors der Bergakademie Freiberg
Während meiner Freiberger Studentenjahre war ich im Chor der Bergakademie aktiv. Nach meiner Studienzeit musste ich diese schöne Bergmannsuniform leider abgeben.
Reiner Buchheim als Student an der Bergakademie Freiberg
Studentenjahre an der Bergakademie Freiberg – viele Stunden über den Büchern, die den Grundstein für meinen weiteren Lebensweg legten.
Richard Waydera und Reiner Buchheim bei einem Radrennen
Mit Richard Waydera (links) verband mich eine enge Freundschaft. Gemeinsam legten wir im Erzgebirge unzählige Trainings- und Rennkilometer zurück. Die Erinnerungen an diese Zeit sind mir bis heute wertvoll. Umso schmerzlicher war sein viel zu früher Tod infolge eines Unfalls in seinem eigenen Haus.
Reiner Buchheim und Werner Pagacz vor dem Start zum Radrennen Rund um Pretzschendorf
Reiner Buchheim und Werner Pagacz 55 Jahre später bei einem Rennen in Frauenstein
55 Jahre liegen zwischen diesen beiden Aufnahmen: vor dem Start zum Radrennen „Rund um Pretzschendorf“ und später bei einem Rennen in Frauenstein. Die Jahre sind vergangen, die Begeisterung für den Radsport ist geblieben.
Reiner Buchheim und Werner Pagacz als junge Radrennfahrer
Unter der Anleitung unserer Trainer Rudi Pietsch und Günter Schweiger bildeten Werner Pagacz und ich bei der BSG Einheit Freiberg oft ein Team. Da wir leistungsmäßig nahezu gleichauf waren, ergänzten wir uns bei den Rennen ausgezeichnet und meisterten viele Aufgaben gemeinsam. Werner blieb über Jahrzehnte aktiver Radsportler und erreichte 2005 mit dem Titel eines Vizeweltmeisters der Senioren einen weiteren besonderen Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn.
Werner Pagacz erhält zu seinem 70. Geburtstag einen symbolischen Rennradlenker

Die ehemaligen Freiberger Radsportler halten bis heute engen Kontakt. Das Foto entstand anlässlich des 70. Geburtstags von Werner Pagacz. Jürgen Windisch (stehend) überreichte ihm als Geschenk einen symbolischen Rennradlenker. Alle Anwesenden verstanden sofort die Anspielung auf eine Begebenheit, die sich fast fünfzig Jahre zuvor ereignet hatte.

Als junger Radsportler hatte Werner einen Brief an das große Radsportidol Gustav Adolf „Täve“ Schur geschrieben. Darin fragte er, warum im Handel ausschließlich die standardisierten DDR-Lenker erhältlich seien und keine Alternativen angeboten würden. Zu seiner Überraschung erhielt er sogar eine persönliche Antwort von Täve Schur. Sinngemäß schrieb dieser: „Lieber Werner, wo liegt das Problem? Ich bin mit dem DDR-Lenker sogar zweimal Weltmeister geworden.“

Was als harmlose Frage eines jungen Sportlers begann, entwickelte sich jedoch zu einer Angelegenheit, die die zuständigen Funktionäre ernst nahmen. Der Briefwechsel gelangte bis in höhere Ebenen der Sport- und Parteiorganisation. Zahlreiche Trainer, Betreuer und Verantwortliche mussten dazu Stellung nehmen. Das Kuriose daran: Die meisten von ihnen wussten bis dahin überhaupt nichts von Werners Brief.

Heute, viele Jahrzehnte später, erscheint die ganze Geschichte beinahe absurd. Die DDR existiert längst nicht mehr, und aus dem damaligen Politikum ist eine Anekdote geworden, über die wir ehemaligen Radsportler nur noch schmunzeln können. Der symbolische Lenker zum 70. Geburtstag erinnerte auf humorvolle Weise an diese besondere Episode aus unserer gemeinsamen Sportlerzeit.