Reiner Buchheim am Berg

Radsport · Erinnerungen · Geschichte

Reiner Buchheim

In Sachsen geboren mit der Liebe zum Radsport

Mein Leben auf zwei Rädern begann in Sachsen

Erinnerungen an die Zeit als Radrennfahrer beim Radsportverein Aufbau Meißen / TSG Meißen

Radrennfahrer von Aufbau Meißen in blauen Trikots
Unsere leuchtend blauen Trikots von Aufbau Meißen waren damals etwas ganz Besonderes. Leider ließ sich ihre tatsächliche Farbwirkung bei der Kolorierung des Fotos nicht originalgetreu wiedergeben. Im Fahrerfeld wirkten sie wie echte Lichtpunkte und waren schon von Weitem zu erkennen. Da die Fotografie zu jener Zeit überwiegend schwarz-weiß war, kann dieses Bild den Eindruck nur erahnen lassen. Die Aufnahme entstand 1964 nach dem Radklassiker „Rund um Riesa“.
Zuschauer und Betreuer beim Radklassiker Rund um Riesa

Dieses Bild erinnert mich an einen ganz besonderen Tag. Das Radrennen „Rund um Riesa“ war stets für Fahrer aus der gesamten DDR offen. Mit 200 bis 300 Rennfahrern gehörte es zu den Veranstaltungen mit den größten Teilnehmerfeldern. Solche Rennen begannen meist hektisch und waren nicht selten von Stürzen geprägt. Auch ich wurde in einen Massensturz verwickelt und zog mir dabei einen Vorderradschaden zu. Den Defekt konnte ich jedoch selbst beheben. An diesem Tag hatte ich sprichwörtlich „gute Beine“. Es gelang mir, den Anschluss an das Hauptfeld wiederherzustellen und schließlich als einer der Ersten die Ziellinie zu überqueren.
Wie man auf dem Foto gut erkennen kann, ist mein Blick fest auf das Zielbanner über der Fahrbahn gerichtet. In der Sprache der Radfahrer war ich völlig „breit“ und hatte bereits einen typischen Über-Kreuz-Blick – ein Zeichen dafür, dass ich bis an meine körperlichen Grenzen gegangen war. Mein Trainer bei Aufbau Meißen, Wolfram Ludwig (im oberen Bild der Erste von rechts), musste deshalb ganz genau mitzählen, an welcher Position ich die Ziellinie überquerte. Während die meisten Zuschauer noch das interessantere Geschehen am letzten Berg vor dem Ziel verfolgten, galt seine ganze Aufmerksamkeit meiner Zielankunft.
Für mich ist dieses Foto deshalb weit mehr als eine Momentaufnahme. Es erzählt die Geschichte eines außergewöhnlichen Rennens beim Radklassiker „Rund um Riesa“ im Jahr 1964.

Treffpunkt am Bahnhofsplatz in Meißen
Der Bahnhofsplatz war einst der wichtigste Verkehrsknotenpunkt von Meißen. Der Parkplatz am Bahnhof diente uns als Treffpunkt für das Training und als Ausgangspunkt für die Fahrten zu den Rennen. Anders als heute fanden an den Wochenenden regelmäßig Radrennen statt, sodass wir oft direkt von hier aus zu unseren Wettkämpfen aufbrachen.
Programmheft mit Starterliste der Junioren Leistungsklasse III
Vor dem Start waren wir noch nichts weiter als Namen auf einem Blatt Papier. Wenige Minuten später wurden daraus Konkurrenten, Ausreißer, Helfer und Sieger. Diese Starterliste erzählt von einer Zeit, in der der Radsport für viele Jugendliche Leidenschaft, Kameradschaft und Lebensinhalt zugleich war.
Zwei Radrennfahrer unmittelbar nach dem Rennen Gespräch zweier Radrennfahrer nach dem Rennen
Die Strapazen des Rennens sind noch in den Gesichtern zu erkennen. Gleichzeitig zeigen die Bilder, was den Radsport ausmacht: Ausdauer, Disziplin und unzählige Trainingsstunden. Wir waren jung, bestens trainiert und so leicht wie möglich – denn am Berg zählte jedes Gramm.
Jugendfahrer vor dem Start eines Straßenrennens Fahrerfeld kurz vor dem Start
Vor dem Start eines Straßenrennens in der Jugendklasse (16 bis 18 Jahre). Die Bilder zeigen die typische Mischung aus Anspannung und Vorfreude, die jeden Wettkampftag begleitete. Niemand wusste, wie das Rennen ausgehen würde – aber jeder wollte sein Bestes geben.
Mitglieder des Radsportvereins bei einer Pause im Grünen
Zwischen Training, Rennen und Leistungsdruck fanden wir immer wieder Zeit zum Entspannen. Diese Momente der Gemeinschaft stärkten den Zusammenhalt und schufen Freundschaften, die oft weit über die aktive Sportzeit hinaus Bestand hatten.